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Vor 60 Jahren – DDR A-Jugendvizemeister im Wasserball
Ein Bericht von Dr. Werner Beuschel
 
Die jungen Wasserballer des SV Zwickau 04 kamen in den letzten Jahren zu großartigen Ergebnissen, wobei der Gewinn der Ostdeutschen Meisterschaft der U11 herausragte. Gelegentlich begegnen die jungen Spieler in der Glück-Auf Schwimmhalle älteren Vereinskollegen, die es vor vielen Jahren bereits zu erstaunlichen Erfolgen gebracht hatten. Genau vor 60 Jahren gelang der A-Jugendmannschaft der BSG Motor Zwickau im Berliner Friesenstadion der Gewinn des DDR-Vizemeistertitels. Mit Aufbau der Sportclubs in der DDR 1954 wurde im Wasserball eine aus 10 Mannschaften bestehende A-Jugendliga (15-18 Jahre) gegründet. Die Zwickauer hatten von Beginn an dazugehört. Sie durften jedoch keine Heimspiele austragen, da es nur ein zu kleines Hallenbad (Johannisbad) und auch kein beheizbares Freibecken gab. Neben Übungsleiter Börner kümmerte sich damals auch der Männertrainer Johannes Eckstein um die Zwickauer A-Jugendlichen. Der aus Leipzig stammende Eckstein hatte als Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele von Los Angeles 1932 einen guten Ruf im Wasserballsport. Nach Mittelplätzen in den ersten beiden Jahren gelang es den Zwickauern 1956 sich für das Endrundenturnier der besten Vier zu qualifizieren. Am 1./2. September trafen im Berliner Friesenstadion die A-Jugendmannschaften von SC Motor Berlin, SC Rotation Leipzig, SC Einheit Dresden und der BSG Motor Zwickau aufeinander. Wegen der Bedeutung des Turniers, so erinnert sich Günter Zeuner, hatten die Spieler auf eine Einkaufsfahrt nach Westberlin, die damals bei Berlinfahrten üblich war, verzichtet. Das von Übungsleiter Börner geleitete Zwickauer Team trat an mit P. Schnorrbusch, G. Zeuner, G Hopfe, H. Heise, K-H. Wolf, B. Berger, J. Schneidewind, J. Hübsch und W. Wagner. Leider stand der Stammtorhüter Stephan nicht zur Verfügung. Das erste Spiel gegen den späteren DDR-Meister SC Motor Berlin ging mit 2:6 verloren. Die Berliner hatten damals schon Spieler mit internationaler Erfahrung in ihren Reihen. Hart ging es im Spiel gegen SC Rotation Leipzig zu. Die Zwickauer konnten, nachdem sie bereits 1:2 zurücklagen, schließlich mit 5:2 gewinnen. Gegen Dresden gelang ein nie gefährdeter 6:3 –Sieg. Damit war der Vizemeistertitel perfekt. Ein toller Erfolg, denn die Sportler in den DDR-Sportclubs hatten bereits damals deutlich bessere Trainingsbedingungen. Doch auch die Zwickauer waren bemüht, mit viermal wöchentlichem Training hatten sie fast ihre gesamte Freizeit in den Sport investiert. So eine Zeit schmiedet zusammen, zumal unter den damals Beteiligten mehrere Sportler über viele Jahre den Zwickauer Wasserballsport prägten. Hierzu gehörten Joachim Hübsch, Hermann Heise, Günter Zeuner, Wilfried Wagner und, Gotthard Hopfe. Noch heute treffen sich die inzwischen über 75-jährigen Akteure von damals gelegentlich in gemütlicher Runde. Regelmäßiges Schwimmen gehört bei allen nach wie vor zum wöchentlichen Standartprogramm.
 
Bildunterschrift: Die A-Jugendwasserballer der BSG Motor Zwickau holten 1956 im Berliner Friesenstadion den DDR-Vizemeistertitel, stehend: Übungsleiter Börner, Schnorrbusch, Zeuner, G. Hopfe, Heise, Wolf, Berger; kniend: Schneidewind, Hübsch, Wagner
 
 
06.09.2016
 
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